Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

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robert36
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Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von robert36 » Samstag 5. Januar 2019, 05:05

Ich möchte hier gerne über meine Erfahrungen mit einem Rostentferner auf Phosphorsäurebasis berichten.

Im konkreten Fall handelt es sich zwar nicht um Frontera-Teile die entrostet werden sollen, sondern um einen Oldtimer, welchen ich gerade restauriere. Ich denke dem "Gemeinen-Rost" ist es aber egal ob er sich in einem teuren Sportwagen oder in einem Yugo 45 verbeißt, die Funktion des Entrosters ist sicher überall anwendbar.

Nachdem ich eine kleine Menge des geleeartigen Röstlösers ausprobiert hatte, habe ich mir eine komplette Verpackungseinheit bestellt. Das waren immerhin 12x1kg, ob das eine schlaue Entscheidung war, wird sich noch zeigen. Jedenfalls werde ich lange damit auskommen.

Es gibt ja mittlerweile eine ganze Reihe von Rostentfernern am Markt. Ob diese alle gleich gut/schlecht funktionieren, kann ich nicht sagen, ich habe nur ein Produkt ausprobiert.

Zur Verarbeitung:

Das, etwas nach künstlicher Erdbeermarmelde aussehende, Produkt wird mit dem Pinsel aufgetragen. Sogleich verfärbt es sich etwas, da es sofort den Rost anlöst. Meist habe ich es dann etwa 12 Stünden wirken lassen (1x in der Früh, 1x am Abend auftragen), dann bildet sich auf den rostigen Stellen eine schwarze Schicht, welche ich dann mit Drahtbürste bzw. schabend (Holzstemmeisen) entfernt habe.

Wenn es deutlich länger einwirkt, ist mir aufgefallen, dass sich dann eine weiße, fest haftende Schicht bildet und zwar speziell dort, wo noch dicke Rostschichten darunter liegen. Dies lässt sich dann relativ schlecht entfernen. Ich nahm dazu oberflächliche Wärme (Propangasbrenner--> Lötlampe), dann gings mit der Drahtbürste auch ganz gut.

Nach relativ kurzer Zeit, vielleicht 3 Stunden, kann man das Zeugs auch noch ganz gut mit Wasser abwaschen, muss es dann aber gut trocknen, sonst bildet sich sofort eine bräunliche Oberfläche.

Logischer Weise habe ich dicke, leicht abplatzende Schichten, die während des Entrostens sichtbar wurden mechanisch durch abkratzen der Rostschuppe entfernt. Wahrscheinlich könnte man diese Stellen auch durch oftmaliges Einstreichen entfernen, sehe aber außer erhöhten Aufwand keinen Sinn darin.

Ich habe nach jedem Einstreichen bzw. nach dem darauffolgenden Reinigen ein Bild gemacht mit erkennbarer Zahl der Einstreich-Durchgänge.

"0" heißt dann, es war das unbehandelte Blech, "1" --> nach dem ersten Einstreichen und anschießender Reinigung usw.

Generell erledige ich all diese Arbeiten mit Mundschutz.

......dann schauen wir einmal ob das überhaupt funktioniert und wieviele Durchgänge bei einem ziemlich kräftig angerosteten Vorderachsträger notwendig sind.
Die nächsten Bilder folgen gleich.

Gruß Robert
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robert36
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Re: Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von robert36 » Samstag 5. Januar 2019, 05:09

....und gleich die nächsten Durchgänge....
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robert36
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Re: Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von robert36 » Samstag 5. Januar 2019, 05:14

....da nach der 5.Probe immer noch deutlich Rost zu sehen ist, geht's weiter. Es ist wahrscheinlich eh offensichtlich aber ich habe nur jenen Bereich zu Demonstrationszwecken entrostet wo die Spiralfeder sitzen wird, die Stoßdämpferdome nicht.
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robert36
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Re: Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von robert36 » Samstag 5. Januar 2019, 05:18

....dort wo der Rost recht dick war, gab's immer noch ein wenig davon. Also weitermachen.
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robert36
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Re: Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von robert36 » Samstag 5. Januar 2019, 05:46

da die Zeit etwas drängte (ich hatte die Platform des Oldtimers auf der Seite liegen und musste sie wieder auf die Räder stellen) , habe ich nach dem 9.Durchgang an einigen kleinen, noch sichtbaren Stellen mit dem Dremel leicht nachgeholfen.
Ich denke mit Durchgang 10 ist das Blech als rostfrei anzusehen.

Mein Fazit:
Es geht aber es ist mühsam und langwierig. Für Sonderfälle geeignet, etwa wo Sandstrahlen nicht leicht möglich ist, da man nicht zuviel zerlegen möchte. In meinem Fall habe ich in erster Linie die Bodenplatte innen gemacht, da diese durch einen "ewig" feuchten Teppich schon sehr stark angefressen war und ich ein "Sieb" nach dem Sandstrahlen befürchtete. Sandstrahlen nimmt ja auch immer vom gesunden Material was weg, das scheint hier nicht der Fall zu sein. Freunde sagten, dass eine Bodenplatte ohnehin keine Existenzberechtigung mehr hat, wenn sie das Sandstrahlen nicht mehr aushält Auch wahr aber ich habe es trotzdem so probiert und es hat funktioniert. Sehr wohl sind aber auch Löcher gekommen.

Laienhaft würde ich sagen, dass man pro Einstreichen vielleicht 0,05-0,1mm Rostschicht wegbringt.
Aufpassen muss man bei Falzen, da rinnt das Gel rein und bildet dann an der Kante die schwer entfernbare weiße Kruste. Generell würde ich es bei einem Falz nicht so gerne anwenden, da ich nichts über Langzeitfolgen weiß.

In meinem dargestellten Beispiel habe ich natürlich absichtlich nicht vorbehandelt. Tatsächlich würde ich aber den Rost dort, wo es gut geht abschleifen und erst danach den Rostentferner einsetzen. Dann brauche ich wohl nicht 10 Durchgänge um es sauber zu bekommen.

Mit dem Kauf der kompletten Verpackungseinheit von 12kg habe ich wohl übers Ziel hinaus geschossen...

Abschließend noch ein Detailbild nach dem 10. Durchgang und ein Gesamtbild des behandelten Teiles. Der Vollständigkeithalber sei noch erwähnt, dass ich den Rest der Platform (unten) sandstrahlen lassen werde.

Gruß
Robert
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Re: Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von Asconajuenger » Freitag 11. Januar 2019, 17:34

Interesant!
Um was für einen Wagen handelt es sich den da?

robert36
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Re: Rostentfernung mit Phosphorsäuregel statt Sandstrahlen, geht das?

Beitrag von robert36 » Freitag 11. Januar 2019, 23:03

.......es handelt sich dabei um einen "MANIC GT", welcher auf einer leicht veränderten Bodengruppe/Blattform eines Renault R8 basiert.

Gruß
Robert

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